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Reisebericht Nr 2 - Sep 2009

Katharina in Kolumbien

Bogota liegt in einer in fruchtbaren Hochebene (Sabana de Bogotá) der Anden auf 2.640 Meter über dem am Fusse der zwei Berge Guadalupe (3.317 Meter) und Monserrate (3.152 Meter).

Wir „Flachland-Europäer“ benötigen einige Zeit, um uns in dieser Höhe zu akklimatisieren. So auch Kathi, die immer noch unter Schlafstörungen leidet:

„heute habe ich versucht auszuschlafen.. leider bin ich hier immer sehr früh wach. die ganzen ersten wochen bin ich bereits um punkt 6.15 uhr aufgewacht. immer um die selbe zeit, keine ahnung warum. langsam hat es sich auf 7 uhr eingependelt.

ich denke es liegt daran, dass es hier immer schon um 6 uhr taghell ist. kolumbien liegt ja viel näher am äquator und das bedeutet, dass es um 6 bereits tag ist und um 18 uhr nacht. das es so früh dunkel wird, war am anfang eine ziemlich grosse umstellung für mich....“


Kathi findet durch Ihre unkomplizierte, freundliche und herzliche Art auch sehr schnell Anschluss:

„... zum glück habe ich seit einer woche eine neue gastschwester. sie heißt sophie, kommt ebenfalls aus deutschland und ist schon seit januar hier. wie ich ist sie mit dem icja hier in kolumbien. sie musste die gastfamilie wechseln, weil ihre gastschwester aus dem ausland zurückgekommen ist und sie dann keinen platz für sie hatten. nun ist sophie also bei mir. sie ist 21 jahre alt und wir verstehen uns super.

ich freue mich auch riesig darauf endlich mein projekt kennenzulernen und mit den kindern dort zu arbeiten. wir freiwilligen, die jetzt im august hier in kolumbien angekommen sind, fangen alle zeitgleich nächste woche an zu arbeiten. das bedeutet, dass ich diese woche zum letzten mal unterricht haben werde. meine lehrerin werde ich sicher auch vermissen, da sie eine echt lustige und liebe person ist. soweit ich weiß haben wir auch am mittwoch eine art prüfung, damit sie uns ein zertifikat über unsere spanischkenntnisse ausstellen können.

Auch die Freizeitgestaltung darf natürlich nicht zu kurz kommen:



„letzten freitag war ich mit der großen gruppe von freiwilligen, meiner gastschwester sophie und meiner lehrerin allison tanzen :) allison wollte uns mal einen richtig guten club zeigen. hier in bogotá gibt es verschiedene "partyzonen". "la Candelaria", das historsche zentrum der stadt, ist eher das alternativenviertel und sehr weit von meinem zuhause entfernt. "galerias" ist in der nähe der universidad nacional, sehr preiswert und daher voll von studenten. am donnerstag waren wir aber in der bekannten "zona rosa", eine ziemlich schicke, etwas teurere gegend bogotás mit vielen discotheken...“.

„der nächste morgen war wie jeder andere: um die gleiche uhrzeit wach, weil die sonne durch das riesige fenster schien, das man nicht verdunkeln kann und weil die tauben an mein fenster klopften - habe ich mich dann auf meinen weg gemacht. als sophie vom arbeiten zurückkam waren wir uns einig heute einen ruhigen abend zu machen. auch am samstag hatte ich unterricht, da in der woche zuvor an einem tag spanisch wegen dem besuch des historischen zentrums mit der gesamten gruppe ausgefallen ist. nach den üblichen 3 stunden sind meine mädels und ich zusammen essen gegangen was echt toll war.

am nächsten tag, also sonntag, war wie jeden sonntag hier in bogotá "ciclovia", das größte permanente sportfest der welt, wie ich es in deinem buch gelesen habe. das bedeutet, dass jeden sonntag einige straßen hier in der hauptstadt für motorisierte fahrzeuge gesperrt werden, darunter auch echt große und wichtige straßen wie autobahnen. das bedeutet wiederum, dass von 7 uhr morgens bis 2 uhr nachmittags tausende leute in sportkleidung zu fuß, mit dem kinderwagen, dem hund, dem fahrrad oder den inlinern unterwegs sind. es ist echt lustig mitanzusehen, wie auf manchen strassen menschenmassen unterwegs sind und auf der anderen seite ganz normal wie sonst auch immer die autos fahren. an den straßenrändern stehen dann unzählige stände, die essen verkaufen, früchte, hot dogs, arepas und von manchen ecken dröhnt latinomusik... und so läuft es hier jeden sonntag.




















sollte man mal die gelegenheit haben, nach bogotá zu reisen, sollte man sich das auf keinen fall entgehen lassen, weil es wirklich sehr lustig ist. sophie und ich haben uns also den menschenmassen angeschlossen und sind eine weile mitgelaufen, weil wir uns in einem viertel mit 2 freundinnen getroffen haben, um den flohmarkt zu besuchen. wir waren sehr froh nicht den bus benutzen zu müssen und das wöchentliche sportfest mitzuerleben. der flohmarkt war wirklich toll. auch in deutschland gehe ich so oft wie möglich auf einen und hier war es nochmal was ganz besonderes, weil hier die leute zudem ihre selbstgemachten sachen wie schmuck, gürtel, bilder oder kleidung ausstellen.

... ich muss nun auch schon wieder los zur nächsten transmileniostation... das beansprucht viel zeit.








bis bald mal wieder
die liebsten grüsse kathi“


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