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Katharina in Kolumbien
Hallo zusammen!
endlich habe ich mal wieder zeit zu schreiben.. zu hause habe ich ja keine pc und hier im projekt gibt es auch nur einen pc mit internetanschluss, der eigentlich staendig besetzt ist.. deswegen kann ich -glaube ich- auch nicht so schnell neue fotos hochladen.
was gibts neues? also ich wollte euch mal von meinen arbeitstagen hier erzaehlen. das projekt ist fuer kinder, die aus problemfamilien kommen, misshandelt wurden/werden oder deren eltern sich nicht um sie kuemmern, weil sie drogen nehmen. der sinn der fundacion ist es einfach den kindern neben der schule eine sinnvolle beschaeftigung zu geben und ihnen eine ausgewogene ernaehrung zu ermoeglichen.
jeden tag von montag bis freitag beginne ich um 8 uhr. meistens warte ich dann bis alle kinder kommen, was bedeutet, dass ich rumsitze, kaffee trinke und mich schon mit den kindern unterhalte, die da sind. insgesamt sind es 127 kinder, die in 2 gruppen aufgeteilt werden. je nachdem wie sie halt schule haben. sie sind von 6 bis 17 jahre alt, aber es gibt hier auch einen kindergarten fuer 0-5 jaehrige, aber dort arbeite ich nicht, weil es nicht so viele kinder dort gibt.
nachdem die kinder langsam alle da sind, muessen sie sich registrieren und speilen dann erstmal draussen, bis es fruehstueck um 9 oder halb 10 gibt. danach gibt es jeden morgen eine art andacht, wo die kinder singen und beten. die froemmigkeit hier ist echt extrem. in bogota war es nicht so extrem, aber hier in den doerfern schon.
den meisten kindern merkt man es eigentlich nicht an, dass sie es so schwer haben. viele haben zwar narben und wunden, von denen ich lieber nicht wissen moechte, woher sie die haben, aber trotzdem sind alle hier sehr lieb und sehr offen.
ich bin hier sowas wie der star des jahrhunderts. von deutschland haben die meisten noch nie was gehoert und dementsprechend wissen sie auch nichts. die meisten hier kennen nur ihr kleines dorf und das wars. das macht mich manchmal echt traurig, weil sie eigentlich viel mehr koennten. hier kann wirklich keiner englisch. dauernd muss ich fuer sie sachen in deutsch und englisch uebersetzen oder ihnen von deutschland(alla= dort) erzaehlen, aber schon bei der vorstellung, dass es bei uns jahreszeiten gibt, uebersteigt es ihre vorstellungskraft. schnee kennt man hier nur vom hoeren sagen oder aus filmen
...dauernd haengen 6 kinder an meinen haenden und jeder will, dass ich neben ihn sitze. daran merke ich sehr, dass sie so viel aufmerksamkeit wie moeglich benoetigen, weil sie die zu hause nicht bekommen. manchmal, wenn ich muede bin oder kopfschmerzen wegen der hoehe habe, ist es ein bisschen anstregend, aber das merken die kinder schnell und nehmen dann ruecksicht. ich frage mich oft, wie sich kinder mit solchem schicksal in deutschland verhalten, denn hier merkt man es ihnen wirklich nicht an. nur manche von ihnen sind manchmal sehr still und einige, vor allem jungs, sehr aggressiv. neben den verschiedenen aktivitaeten werden die kinder auch psychologisch betreut. ausserdem wird auch regelmaessig mit den familien gesprochen, damit sich die situationen verbessern.
nach der andacht folgt die erste aktivitaet. die kinder sind nach dem alter in 4 gruppen unterteilt und haben dann entweder sport, musik, informatik oder kunst/spielen. im moment bin ich noch mal hier mal dort, jenachdem welches kind mich als erstes zu sich zieht.
ich hoffe, dass ich wenigsten einigen, die motiviert genug sind, englisch beibringen kann, denn das kann hier wirklich keiner.nach der ersten aktivitaet wird mittag gegessen und dann wechseln die gruppen, weil die einen in die schule muessen und die anderen daher kommen. fuer die 2. gruppe beginnt der tag mit mittagessen und danach wiederholt sich alles nochmal.
hier wird sehr grossen wert darauf gelegt, den kindern die liebe zu geben, die sie brauchen, aber nicht bekommen. und es werden ihnen werte vermittelt und der soziale umgang miteinander. also ich denke, ich habe mit meinem projekt wirklich einen gluecksgriff gelandet, weil es mir echt sehr sehr viel spass macht und ich gerne hier bin. die lehrer, oder meine arbeitskollegen sind auch alle juenger als 30 jahre und viele waren selbst mal kinder, die das projekt besucht haben.
ich werde ende oktober in die karibik reisen
und dort einige zeit meines lebens mit weissen sandstraenden, palmen, und kristallblauem wasser verbringen. werde mit meiner gastfamilie, dem mann der direktorin und noch ca. 20 anderen leuten dorthin reisen.
allerliebste gruesse an alle, kathi
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